Abnahme der Gasanlage durch den TÜV
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Untersuchung nach § 19 (2) / 21 StVZO in Rosenheim

Abnahme der Gasanlage durch den TÜV

Das vorletzte Kapitel im Zusammenhang mit dem Einbau der Gasanlage kann ich heute schreiben. Denn ich habe den Audi A4 (B5) mit der Gasanlage von KME heute bei TÜV in Rosenheim vorgeführt.

Telefonisch hatte ich einen Termin für die Abnahme der Gasanlage vereinbart. Dies ist auch stets zu empfehlen, denn nicht jeder Sachverständige kann eine entsprechende Abnahme vornehmen. So stand ich dann nun um kurz vor 9 Uhr in der Früh auf einem der zahlreichen Parkplätze und stellte mich am Tresen an.

Im Gepäck hatte ich neben dem Fahrzeugschein beziehungsweise der Zu­las­sungs­bescheinigung Teil I den Stapel mit Gutachten und Herstellerhinweisen der ver­bauten Komponenten. Manche mögen überrascht sein wie viel Papierkram sich dabei ansammeln kann. Daher halte ich mal die diversen Dokumente in Text und Bild fest.

Das wichtigste Dokument ist das sogenannte »Abgasgutachten«. Ohne Abgasgutachten ist keine Abnahme der Gasanlage möglich. Ein Abgasgutachten beinhaltet die verbauten Komponenten des sogenannten »Frontkits«, also den wichtigen Komponenten der Gasanlage m Motorraum: Verdampfer, Steuergerät und Injektoren. Was sich in meinem Audi A4 (B5) so befindet, habe ich ja bereits geschrieben[1].

Abgasgutachten für die KME »Premium« Gasanlage
Abgasgutachten für die KME »Premium« Gasanlage
Aufstellung der einzelnen Komponenten
Aufstellung der einzelnen Komponenten


Das Abgasgutachten ist fahrzeugspezifisch. Daher kann es nur für ein Fahrzeug verwendet werden. Die Fahrgestellnummer ist daher ebenfalls auf dem Dokument zu finden.

Nicht ohne Grund ist daher auf dem Papier zu lesen, dass es sich um eine »Einzel­bestätigung« handelt. Auf der Rückseite werden die Komponenten noch einmal in Form eines Vorschlags für die Eintragung in die Papiere zusammengefasst. Nicht mit aufgeführt sind vom Frontkit unabhängige Komponenten wie etwa der Gasfilter, das Abschaltventil, die Rail, der Gastank und der Tankstutzen.

Rückseite des Abgasgutachtens
Rückseite des Abgasgutachtens
Detailierte Angaben der Komponenten
Detailierte Angaben der Komponenten


Die übrigen Komponenten müssen aber natürlich ebenfalls geprüft sein und sind entsprechend gekennzeichnet. Den einzelnen Teile liegen in der Regel auch entsprechende Unterlagen bei. So auch dem in meinem Audi A4 (B5) verbauten Gastank[2] des Herstellers »GZWM« (Polen).

Datenblatt des LPG-Tanks von GZWM (Polen)
Datenblatt des LPG-Tanks von GZWM (Polen)
Angaben in mehreren Sprachen (polnisch und englisch)
Angaben in mehreren Sprachen (polnisch und englisch)


Das Dokument ist zweisprachig verfasst. Auf Polnisch und Englisch können die Informationen über den Tank nachgelesen werden. Neben Höhe, Durchmesser sowie Brutto- und Nettovolumen befindet sich auch das ECE-Prüfzeichen auf dem Papier.

Angaben zum Multivalve von Tomasetto
Angaben zum Multivalve von Tomasetto

Gleiches gilt für das Multivalve, welches im Tank montiert wird. Dies ist vom Hersteller »Tomasetto«, daher sind die Ausführungen zunächst in Italienisch, danach folgen Englisch und Deutsch sowie weitere Sprachen.

Sollte das Dokument nicht vorhanden sein ist es kein Problem. Denn die ECE-Prüfzeichen beziehungsweise die Homologationsnummer kann auch auf dem Bauteil abgelesen werden.


Beim TÜV wird vom Sachverständigen ohnehin nicht nur überprüft was auf den Papieren so steht, sondern auch was verbaut wurde.

Angaben zum Abschaltventil (Vorderseite)
Angaben zum Abschaltventil (Vorderseite)
Angaben zum Abschaltventil (Rückseite)
Angaben zum Abschaltventil (Rückseite)


Manchmal ist auch ein Stück Papier dabei, auf welchem keine Nummer beziehungsweise kein ECE-Prüfzeichen aufgeführt ist. Beispielsweise bei dem kleinen Zettel, welcher die Informationen über den Filtertausch des Abschaltventils liefert. Vom ECE-Prüfzeichen auf dem Bauteil muss der Sachverständige dann die Kennung ablesen und für die spätere Eintragung notieren.

Polnische Angaben zur Anzeige am Multivalve
Polnische Angaben zur Anzeige am Multivalve

Oder es handelt sich lediglich um Informationen über die Anzeige des Füllstands, welche sich direkt am Multiventil befindet.

Unglücklicherweise in einer Sprache, welche mir völlig fremd ist. Den Sachverständigen stört so etwas nicht, schließlich überprüft er nur was und wie es verbaut wurde.



Das zweitwichtigste Dokument nach dem Abgasgutachten ist die Gassystemeinbauprüfung. Abgekürzt wird sie »GSP« und darf nicht mit der »GAP« verwechselt werden. Die Gasanlagenprüfung ist alle zwei Jahre im Rahmen der Hauptuntersuchung fällig und es wird überprüft ob alles mit der verbauten Anlage in Ordnung ist. Bei der Gassystemeinbauprüfung wird kontrolliert, ob die Gesamtanlage nach der Prüfnorm genehmigt ist, also ob alle Komponenten für den vorgesehenen Einsatz zertifiziert sind. Die GSP kann vom TÜV oder einem entsprechend zertifizierten Umrüster vorgenommen werden.


Bescheinigung: Gassystemeinbauprüfung GSP
Bescheinigung: Gassystemeinbauprüfung GSP
Bescheinigung: Gassystemeinbauprüfung GSP
Bescheinigung: Gassystemeinbauprüfung GSP


Ein Umrüstbetrieb mit der Zertifizierung »anerkannter Betrieb für Gas­system­einbauprüfung (GSP)« kann also diese Prüfung selbst vornehmen. Wichtig für Personen, welche bei Pauschalangeboten nicht ahnen was an weiteren Kosten auf sie Zukommen kann. Weiter unten mehr dazu. Schon einmal als Anhaltspunkt: Für eine GSP werden etwa 160 Euro fällig.

Häufig bieten es Umrüster auch an die Begutachtung beim TÜV durchführen zu lassen. Ich habe meinen Audi A4 (B5) selbst beim TÜV vorgeführt. Wichtig ist hierbei einen Termin zu vereinbaren. Nicht jeder Sachverständige kann die verbaute Gasanlage kontrollieren und das entsprechende Gutachten »gemäß §21 StVZO nach Fahrzeugänderung (§19 Abs. 2 StVZO)« ausstellen.

Logo vom TÜV Süd
Logo vom TÜV Süd
Audi A4 (B5) mit LPG beim TÜV in Rosenheim
Audi A4 (B5) mit LPG beim TÜV in Rosenheim


Außerdem bietet ein vereinbarter Termin einen weiteren Vorteil: Der Fahrer des dunkelgrauen VW vor meinem Audi A4 hatte sich frech einfach auf die Spur gestellt und ist dann zur Anmeldung reinmarschiert. Ich hatte mich bereits angemeldet und sollte nun auf die Spur 1 fahren – auf welcher schon der VW stand.

Also habe ich mich mürrisch aber eben artig hinten angestellt. Als dann das Tor aufging wollte der Besitzer des VW schon einsteigen und in die Halle fahren. Klare Anweisung vom Sachverständigen: »Sie bleiben da erst einmal schön stehen. Der Audi ist zuerst dran!«. So muss das sein.

Rechnung für die Begutachtung des Fahrzeugs
Rechnung für die Begutachtung des Fahrzeugs
Gutachten vom TÜV über den abgenommenen Einbau
Gutachten vom TÜV über den abgenommenen Einbau


Wie bereits oben im Text beschrieben wurden sämtliche Teile auf ihre Kennzeichnung überprüft. Dazu gehören selbstverständlich auch die Gasleitungen für den Nieder- und Hochdruckbereich.

Auch wie die Anlage verbaut wurde, wurde genauestens überprüft: Die verwendeten Schlauchschellen, die sichere Befestigung der Gasleitung unter dem Fahrzeug und wie die Leitungen im Motorraum verlegt worden sind.

Dabei fiel dem Prüfer sein Kugelschreiber in den Motorraum und kam in der Wanne unter dem Motor zum liegen. Mal sehen ob er beim nächsten Ölwechsel noch vorhanden ist oder ob er während der Fahrt seinen Weg ins Freie gefunden hat.

Die von mir gewünschte Position vom Tankanschluss[2] wurde übrigens auch vom Sachverständigen kommentiert: »Tankanschluss hinter dem Tankdeckel, oder?« – »Nein, hinten rechts unten an der Stoßstange.« – »Ah, den habe ich übersehen. Ist so in Ordnung.«

Die Abnahme der Anlage für das »Gutachten gemäß §21 StVZO nach Fahrzeugänderung (§19 Abs. 2 StVZO)« musste ich übrigens im Voraus bezahlen. Wie man es ja auch von der Hauptuntersuchung gewöhnt ist. Zumindest wenn man selbst zum TÜV fährt und nicht die Hauptuntersuchung in einer Werkstatt durchführen lässt.

Wie es in den Schein eingetragen werden soll
Wie es in den Schein eingetragen werden soll
Der aktuelle Fahrzeugschein – ohne LPG-Anlage
Der aktuelle Fahrzeugschein – ohne LPG-Anlage


Da alles in Ordnung war, habe ich selbstverständlich auch das Gutachten erhalten. Mit diesem muss ich nun nur noch zur Zulassungsstelle und die Änderungen in die Papiere eintragen lassen.

Daher noch ein letztes Bild der originalen Zulassungsbescheinigung Teil I ohne die zusätzlichen Zeilen für die Gasanlage. Ich bin gespannt ob es diesmal ohne Rechtschreibfehler und Buchstabendreher über die Bühne geht. Bei meinem VW T4 VR6 konnten sie damals vor über 9 Jahren nicht einmal die Kraftstoffart beim ersten Versuch richtig ändern.

Nun auf einen Blick was der Papierkram (GSP, Abnahme des Einbaus beim TÜV und Ausstellen eines neuen Fahrzeugscheins) so kostet:

Bezeichnung Kosten
Gassystemeinbauprüfung ca. 160 Euro
Gutachten gemäß §21 StVZO nach Fahrzeugänderung (§19 Abs. 2 StVZO) ca. 70 Euro
Berichtigung der Fahrzeugpapiere bei Änderung 11,70 Euro

Wer ein Pauschalangebot von einem Umrüster annimmt bei dem der »übliche Papierkram« nicht mit eingeschlossen ist muss daher mit rund 240 Euro zusätzlich zum Pauschalpreis rechnen.

Bei der Umrüstung von meinem Audi A4 (B5) war – abgesehen von den 11,70 Euro für die Zulassungsstelle – alles im Pauschalpreis von 1'950 Euro inklusive. Abschließend die Tabelle mit allen Komponenten (abgesehen der Leitungen und dem Tankanschluss):

Bezeichnung Hersteller und Modell Genehmigungs-Nr.
Verdampfer KME »Silver« E8 67R-01 3949
Steuergerät KME »Diego«/»Nevo« E8 67R-01 3787
Gasdosiereinrichtung »HANA« (Europegas) E11 67R-01 0086
Tank GZWM (630 x 270 mm, 64 l brutto, 51,2 l netto) E20 67R-01 0689
Multivalve Tomasetto (30°) E8 67R-01 3018
Rail E8 67R-01 6218
Abschaltventil OMB E8 67R-01 4327
Filter KME E20 67R-01 0663


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